News

13.6.2021: Erstes Vereinstreffen nach Lockerung der Corona-Bedingungen

Nach Freigabe des Störmthaler Sees fand unter Einhaltung der aktuellen Coronaauflagen der Auftaktevent 2021 auf dem zukünftigen Vereinsgelände am Ufer des Störmthaler Sees statt. Da es auch ausreichend Wind gab, war auf dem Wasser ordentlich was los: Aufgrund §7 Absatz 3 der Schifffahrtsverordnung vermeiden wir zwar das Kiten, waren aber dafür umso mehr mit unserem umfangreichen Windsurf- und Wingfoilequipment unterwegs. Zur Stärkung der zahlreich erschienenen Mitglieder und Gäste gab es neben verschiedenen Getränken lecker Bratwurst und Steaks ! Wie immer wurde viel gefachsimpelt und wertvolle Erfahrungen ausgetauscht. Großes Thema war natürlich wie immer das Kiteverbot und neuerdings auch die nicht nachvollziehbaren Aktionen der Wasserschutzpolizei gegen Wingfoiler. Alle waren sich einig, dass die Kriminalisierung unserer Sportarten aufhören muss und auf den großen weitgehend nicht genutzten Wasserflächen des Zwenkauer und Störmthaler Sees auch Trendsportarten wie Kiten und Wingfoilen erlaubt wird. Der nächste Event wird nach Genehmigung durch das Landratsamts am Zwenkauer See sein.

An dieser Stelle hat unser Vereintreffen stattgefunden – dies wird auch der Standort unseres zukünftigen Vereinsgeländes sein, sobald alle Formalitäten erledig sind.
Unser Vereinsvorsitzende Burkhard in Aktion
Chillen und grillen an unserem Vereinsspot
Bevor wir unser Vereinsheim aufbauen können, behelfen wir uns mit mobilen Zelten.

August 2020: Seg­ler-Ver­band Sach­sen e.V. und der Surf- und Kite- Verein Leipzig e.V. for­dern Lösun­gen und wollen hel­fen, Vor­ur­tei­le ab­zu­bau­en und die Stig­ma­ti­sie­rung des Kitens zu be­en­den 


Der Trend­sport Ki­tesur­fen – ab 2024 olym­pi­sche Se­gel­dis­zi­plin – hat sich in den letz­ten Jah­ren ex­po­nen­ti­ell ent­wi­ckelt. In Sach­sen wer­den in­zwi­schen mehr als tau­send be­geis­ter­te Ki­tesur­fer ge­schätzt, de­nen der Seg­ler-Ver­band Sach­sen e.V. (SVS) or­ga­ni­sa­to­risch ge­mein­sam mit Seg­lern und Sur­fern Hei­mat ist und sich ih­rer The­men an­nimmt. Nicht nur die Sport­ler selbst, auch Spa­zier­gän­ger, Rad­fah­rer und Tou­ris­ten er­freu­ten sich des bun­ten Trei­bens auf den neu ent­stan­de­nen Ge­wäs­sern.

https://segeln-sachsen.de/wp/wp-content/uploads/2021/01/Kiten1_2222x1080.jpg

Lei­der wur­de die­sem tol­len Frei­zeit­ver­gnü­gen mit der seit 2014 gel­ten­den Fas­sung der Säch­si­schen Schiff­fahrts­ver­ord­nung und ih­rer der­zeit prak­ti­zier­ten en­gen Aus­le­gung ein sprich­wört­li­cher Rie­gel vor­ge­scho­ben. Im § 7 Ab­satz 3 ver­bie­tet der Ge­setz­ge­ber das Ki­te-Sur­fing ex­pli­zit, weist aber aus­drück­lich dar­auf hin, dass die zu­stän­di­ge Was­ser­be­hör­de Aus­nah­men auf aus­ge­wie­se­nen Ge­wäs­ser­ab­schnit­ten ge­stat­ten kann.
Ki­tesur­fer, die bis da­hin die vie­len neu­en Was­ser­flä­chen ge­mein­sam mit Wind­sur­fern und Seg­lern nutz­ten und zur Be­le­bung auf den Se­en bei­tru­gen, wur­den plötz­lich stig­ma­ti­siert, wenn nicht so­gar „kri­mi­na­li­siert“, zu­min­dest aber in die Il­le­ga­li­tät ver­bannt. Der Be­griff „Ge­fah­ren­ge­neig­te Nut­zung“ wird von Ki­te-Geg­nern zur Ver­teu­fe­lung des Ki­tens ge­nutzt und es wer­den Ge­fähr­dun­gen von ba­den­den Kin­dern durch die Lei­nen der Ki­tes oder die Un­ver­träg­lich­keit von Se­geln und Ki­ten auf glei­chem Ge­wäs­ser­ab­schnitt in Um­lauf ge­bracht. Da­bei gibt es kaum Über­schnei­dun­gen und es ist leicht mög­lich, Sports­trän­de und Ba­de­strän­de sinn­voll von­ein­an­der zu tren­nen. Dar­auf wur­de früh­zei­tig in Sach­sen hin­ge­wie­sen.
2016 emp­fahl das Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um der Lan­des­di­rek­ti­on Sach­sen, be­reits bei der Fest­stel­lung der Fer­tig­stel­lung von Ta­ge­bau­rest­se­en die Aus­nah­me­re­geln für Ki­te-Ge­bie­te an­zu­wen­den und je­weils zwei Se­en in der Lau­sitz und im Leip­zi­ger Se­en­land für Ki­ten aus­zu­wei­sen.
Seit­her sind, wenn auch un­ter Ein­be­zie­hung des Kla­ge­we­ges durch ei­ne Kom­mu­ne, auf zwei Se­en der Lau­sitz Ki­te-Ge­bie­te aus­ge­wie­sen wor­den. Für Ki­ter aus dem be­völ­ke­rungs­rei­chen Leip­zi­ger Se­en­land wur­de noch kei­ne Lö­sung für öf­fent­lich zu­gäng­li­che Se­en ge­fun­den. Ih­nen bleibt die Wahl zwi­schen stig­ma­ti­sier­ter Il­le­ga­li­tät auf ei­nem See vor der Haus­tür oder die Be­las­tung der Um­welt mit ei­ner 400km lan­gen Hin- und Rück­fahrt zu den zwei Spots in der Lau­sitz!
Der Be­reich Hoch­schul­sport an der Uni­ver­si­tät Leip­zig z.B. muss die Weg­stre­cken auf sich neh­men und be­klagt das aus Um­welt­schutz-Grün­den zu Recht.
Der SVS hat sich der Mi­se­re früh­zei­tig an­ge­nom­men und möch­te das Ki­ten als ei­ne der bei­den für Leip­zig vor­ge­se­he­nen Lö­sun­gen ge­mein­sam mit dem Sur­fen und Jol­len­se­geln in sei­nem ge­plan­ten Säch­si­schen Se­gel­zen­trum auf dem Zwen­kau­er See bün­deln und da­zu le­ga­li­sie­ren. Ne­ben der be­reits rea­li­sier­ten her­vor­ra­gen­den Ha­fen­in­fra­struk­tur in Zwen­kau wur­den in vie­len Plä­nen für die Ge­samt­ent­wick­lung und -auf­wer­tung des Sees dies­be­züg­li­che Maß­nah­men für das Nord­ufer schon fest­ge­schrie­ben – doch Pa­pier ist be­kannt­lich ge­dul­dig.

https://segeln-sachsen.de/wp/wp-content/uploads/2021/01/Kiten2_1440x1080.jpg

Der Spot am Nord­ufer ist mit Au­to­bahn- und We­ge-an­bin­dung lo­gis­tisch er­schlos­sen, bie­tet sport­lich idea­le Be­din­gun­gen und könn­te da­zu die il­le­ga­le Si­tua­ti­on an den um­lie­gen­den klei­ne­ren Ba­de­se­en und de­ren Nut­zungs­dich­te ent­span­nen hel­fen. Auch die Was­ser­schutz­po­li­zei schließt sich der Ar­gu­men­ta­ti­on an und wünscht sich Lö­sun­gen, die die Jagd auf il­le­ga­le Ki­ter zum Ein­sam­meln ei­nes Ord­nungs­gel­des über­flüs­sig macht.
Ers­te An­trä­ge des SVS zur Ge­stat­tung des zu­min­dest bei Ver­wal­tun­gen un­ge­lieb­ten Kin­des Ki­ten wur­den bis­her for­mal zu­rück­ge­wie­sen oder konn­ten „noch nicht ge­stat­tet wer­den“, weil er­for­der­li­che aus­führ­li­che Nach­wei­se zur Ver­träg­lich­keit mit dem Na­tur­schutz noch nicht bei­ge­bracht wer­den konn­ten bzw. sei­tens der Be­trof­fe­nen „er­heb­li­che Ein­wän­de“ be­stün­den. Auch auf Nach­fra­ge wur­den die Ein­wän­de nicht mit­ge­teilt und ein vor­ge­schla­ge­ner Run­der Tisch mit den Be­trof­fe­nen „als zu kom­plex“ ab­ge­wie­sen.
Viel­leicht et­was na­iv setzt der SVS den­noch wei­ter­hin auf die In­ten­si­vie­rung von Ge­sprä­chen und die Ko­ope­ra­ti­on mit der Lan­des­di­rek­ti­on Sach­sen, den Städ­ten Leip­zig und Zwen­kau, dem Land­kreis Leip­zig, der LMBV und vie­len wei­te­ren Be­trof­fe­nen. So könn­te zu­min­dest im ers­ten Schritt auf­klä­rend zur Ents­tig­ma­ti­sie­rung des Ki­tens bei­ge­tra­gen wer­den.
Der SVS wird für 2021 er­neut An­trä­ge zur Ge­stat­tung des Ki­tens auf dem Zwen­kau­er See stel­len. Be­glei­tend wer­den Do­ku­men­ta­tio­nen zum Ar­ten­schutz bei­ge­bracht oder/und in Auf­trag ge­ge­ben.
Des­halb ge­hen wir fest da­von aus, im Lau­fe des Jah­res 2021 die ers­te Ki­te­ge­neh­mi­gung für den Zwen­kau­er See zu er­hal­ten.

Parallel läuft ein Antrag für eine Kitegenehmigung auf dem Störmthaler See mit Einsatzmöglichkeit am Ostufer unterhalb der Ortschaft Störmthal.
Je­der, der sich für die Er­hö­hung der Ak­zep­tanz des Ki­tens in Sach­sen en­ga­gie­ren möch­te, ist herz­lich ein­ge­la­den – als Mit­glied und Stim­me in den Ver­ei­nen des Seg­ler-Ver­ban­des Sach­sen! Unser Verein (Surf- und Kite- Verein Leipzig e.V.) ist im Raum Leipzig erste Anlaufstelle für alle die sich engagieren und in naher Zukunft stressfrei Kiten gehen möchten.

Euren Antrag auf Förder- oder Mitgliedschaft schickt bitte an den:

SKVL e.V., c/o Burkhard Oha, Am Silo 12, 04207 Leipzig.

BO/DRB SVS