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Seg­ler-Ver­band Sach­sen e.V. und der Surf- und Kite- Verein Leipzig e.V. for­dern Lösun­gen und wollen hel­fen, Vor­ur­tei­le ab­zu­bau­en und die Stig­ma­ti­sie­rung des Kitens zu be­en­den 


Der Trend­sport Ki­tesur­fen – ab 2024 olym­pi­sche Se­gel­dis­zi­plin – hat sich in den letz­ten Jah­ren ex­po­nen­ti­ell ent­wi­ckelt. In Sach­sen wer­den in­zwi­schen mehr als tau­send be­geis­ter­te Ki­tesur­fer ge­schätzt, de­nen der Seg­ler-Ver­band Sach­sen e.V. (SVS) or­ga­ni­sa­to­risch ge­mein­sam mit Seg­lern und Sur­fern Hei­mat ist und sich ih­rer The­men an­nimmt. Nicht nur die Sport­ler selbst, auch Spa­zier­gän­ger, Rad­fah­rer und Tou­ris­ten er­freu­ten sich des bun­ten Trei­bens auf den neu ent­stan­de­nen Ge­wäs­sern.

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Lei­der wur­de die­sem tol­len Frei­zeit­ver­gnü­gen mit der seit 2014 gel­ten­den Fas­sung der Säch­si­schen Schiff­fahrts­ver­ord­nung und ih­rer der­zeit prak­ti­zier­ten en­gen Aus­le­gung ein sprich­wört­li­cher Rie­gel vor­ge­scho­ben. Im § 7 Ab­satz 3 ver­bie­tet der Ge­setz­ge­ber das Ki­te-Sur­fing ex­pli­zit, weist aber aus­drück­lich dar­auf hin, dass die zu­stän­di­ge Was­ser­be­hör­de Aus­nah­men auf aus­ge­wie­se­nen Ge­wäs­ser­ab­schnit­ten ge­stat­ten kann.
Ki­tesur­fer, die bis da­hin die vie­len neu­en Was­ser­flä­chen ge­mein­sam mit Wind­sur­fern und Seg­lern nutz­ten und zur Be­le­bung auf den Se­en bei­tru­gen, wur­den plötz­lich stig­ma­ti­siert, wenn nicht so­gar „kri­mi­na­li­siert“, zu­min­dest aber in die Il­le­ga­li­tät ver­bannt. Der Be­griff „Ge­fah­ren­ge­neig­te Nut­zung“ wird von Ki­te-Geg­nern zur Ver­teu­fe­lung des Ki­tens ge­nutzt und es wer­den Ge­fähr­dun­gen von ba­den­den Kin­dern durch die Lei­nen der Ki­tes oder die Un­ver­träg­lich­keit von Se­geln und Ki­ten auf glei­chem Ge­wäs­ser­ab­schnitt in Um­lauf ge­bracht. Da­bei gibt es kaum Über­schnei­dun­gen und es ist leicht mög­lich, Sports­trän­de und Ba­de­strän­de sinn­voll von­ein­an­der zu tren­nen. Dar­auf wur­de früh­zei­tig in Sach­sen hin­ge­wie­sen.
2016 emp­fahl das Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um der Lan­des­di­rek­ti­on Sach­sen, be­reits bei der Fest­stel­lung der Fer­tig­stel­lung von Ta­ge­bau­rest­se­en die Aus­nah­me­re­geln für Ki­te-Ge­bie­te an­zu­wen­den und je­weils zwei Se­en in der Lau­sitz und im Leip­zi­ger Se­en­land für Ki­ten aus­zu­wei­sen.
Seit­her sind, wenn auch un­ter Ein­be­zie­hung des Kla­ge­we­ges durch ei­ne Kom­mu­ne, auf zwei Se­en der Lau­sitz Ki­te-Ge­bie­te aus­ge­wie­sen wor­den. Für Ki­ter aus dem be­völ­ke­rungs­rei­chen Leip­zi­ger Se­en­land wur­de noch kei­ne Lö­sung für öf­fent­lich zu­gäng­li­che Se­en ge­fun­den. Ih­nen bleibt die Wahl zwi­schen stig­ma­ti­sier­ter Il­le­ga­li­tät auf ei­nem See vor der Haus­tür oder die Be­las­tung der Um­welt mit ei­ner 400km lan­gen Hin- und Rück­fahrt zu den zwei Spots in der Lau­sitz!
Der Be­reich Hoch­schul­sport an der Uni­ver­si­tät Leip­zig z.B. muss die Weg­stre­cken auf sich neh­men und be­klagt das aus Um­welt­schutz-Grün­den zu Recht.
Der SVS hat sich der Mi­se­re früh­zei­tig an­ge­nom­men und möch­te das Ki­ten als ei­ne der bei­den für Leip­zig vor­ge­se­he­nen Lö­sun­gen ge­mein­sam mit dem Sur­fen und Jol­len­se­geln in sei­nem ge­plan­ten Säch­si­schen Se­gel­zen­trum auf dem Zwen­kau­er See bün­deln und da­zu le­ga­li­sie­ren. Ne­ben der be­reits rea­li­sier­ten her­vor­ra­gen­den Ha­fen­in­fra­struk­tur in Zwen­kau wur­den in vie­len Plä­nen für die Ge­samt­ent­wick­lung und -auf­wer­tung des Sees dies­be­züg­li­che Maß­nah­men für das Nord­ufer schon fest­ge­schrie­ben – doch Pa­pier ist be­kannt­lich ge­dul­dig.

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Der Spot am Nord­ufer ist mit Au­to­bahn- und We­ge-an­bin­dung lo­gis­tisch er­schlos­sen, bie­tet sport­lich idea­le Be­din­gun­gen und könn­te da­zu die il­le­ga­le Si­tua­ti­on an den um­lie­gen­den klei­ne­ren Ba­de­se­en und de­ren Nut­zungs­dich­te ent­span­nen hel­fen. Auch die Was­ser­schutz­po­li­zei schließt sich der Ar­gu­men­ta­ti­on an und wünscht sich Lö­sun­gen, die die Jagd auf il­le­ga­le Ki­ter zum Ein­sam­meln ei­nes Ord­nungs­gel­des über­flüs­sig macht.
Ers­te An­trä­ge des SVS zur Ge­stat­tung des zu­min­dest bei Ver­wal­tun­gen un­ge­lieb­ten Kin­des Ki­ten wur­den bis­her for­mal zu­rück­ge­wie­sen oder konn­ten „noch nicht ge­stat­tet wer­den“, weil er­for­der­li­che aus­führ­li­che Nach­wei­se zur Ver­träg­lich­keit mit dem Na­tur­schutz noch nicht bei­ge­bracht wer­den konn­ten bzw. sei­tens der Be­trof­fe­nen „er­heb­li­che Ein­wän­de“ be­stün­den. Auch auf Nach­fra­ge wur­den die Ein­wän­de nicht mit­ge­teilt und ein vor­ge­schla­ge­ner Run­der Tisch mit den Be­trof­fe­nen „als zu kom­plex“ ab­ge­wie­sen.
Viel­leicht et­was na­iv setzt der SVS den­noch wei­ter­hin auf die In­ten­si­vie­rung von Ge­sprä­chen und die Ko­ope­ra­ti­on mit der Lan­des­di­rek­ti­on Sach­sen, den Städ­ten Leip­zig und Zwen­kau, dem Land­kreis Leip­zig, der LMBV und vie­len wei­te­ren Be­trof­fe­nen. So könn­te zu­min­dest im ers­ten Schritt auf­klä­rend zur Ents­tig­ma­ti­sie­rung des Ki­tens bei­ge­tra­gen wer­den.
Der SVS wird für 2021 er­neut An­trä­ge zur Ge­stat­tung des Ki­tens auf dem Zwen­kau­er See stel­len. Be­glei­tend wer­den Do­ku­men­ta­tio­nen zum Ar­ten­schutz bei­ge­bracht oder/und in Auf­trag ge­ge­ben.
Des­halb ge­hen wir fest da­von aus, im Lau­fe des Jah­res 2021 die ers­te Ki­te­ge­neh­mi­gung für den Zwen­kau­er See zu er­hal­ten.

Parallel läuft ein Antrag für eine Kitegenehmigung auf dem Störmthaler See mit Einsatzmöglichkeit am Ostufer unterhalb der Ortschaft Störmthal.
Je­der, der sich für die Er­hö­hung der Ak­zep­tanz des Ki­tens in Sach­sen en­ga­gie­ren möch­te, ist herz­lich ein­ge­la­den – als Mit­glied und Stim­me in den Ver­ei­nen des Seg­ler-Ver­ban­des Sach­sen! Unser Verein (Surf- und Kite- Verein Leipzig e.V.) ist im Raum Leipzig erste Anlaufstelle für alle die sich engagieren und in naher Zukunft stressfrei Kiten gehen möchten.

Euren Antrag auf Förder- oder Mitgliedschaft schickt bitte an den:

SKVL e.V., c/o Burkhard Oha, Am Silo 12, 04207 Leipzig.

BO/DRB SVS